Was ist Hypnose
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Was ist eigentlich diese "Hypnose"

Dieser Beitrag verspricht, mit der Zeit einer der Umfassendsten zu werden, denn die Frage, was Hypnose nun eigentlich ist, lässt sich nicht ohne weiteres in drei Sätzen beantworten. Viel zu vielschichtig sind die Anwendungsmöglichkeiten der Hypnose und ebenso die unterschiedlichen Stadien, die das Bewusstsein und das Gehirn ansich während der Hypnose erreichen können. Eine große Zahl von Hypnose-Anwendungen bietet Zugang zu den Unterschiedlichsten Funktionen des menschlichen Nervensystems und schon allein diese Tatsache lässt vermuten, dass hinter der Hypnose mehr steckt als ein einfacher, immer gleichartiger Dämmerzustand, in dem dem Klienten etwas "eingeflüstert" werden kann, was nicht real ist. Im Gegenteil: Die Wirkung der Hypnose ist sogar sehr real, bei manchen Anwendungen wie bspw. einer erfolgreichen Behandlung von Neurodermitis sogar ganz offen am Körper sichtbar. Es handelt sich bei der Wirkung der Hypnose also nicht um Einbildung sondern um harte medizinisch nachweisbare Fakten. Und doch kommt man schnell auf den Gedanken, dass es sich bei der Hypnose nicht immer um ein und das selbe handeln kann, denn der Unterschied zwischen einer psychischen Problematik wie beispielsweise einer Angststörung und einer körperlichen Anwendung wie der Schmerzabschaltung beim Zahnarzt ist eigentlich zu deutlich als dass beides einfach so über genau die selben Kanäle abgewickelt werden könnte. Schließlich handelt es sich dabei um völlig unterschiedliche Reaktionen im Inneren und in den beiden Fällen sind auch unterschiedliche Gehirnbereiche betroffen, die es anzusprechen gilt. Das gibt uns schon einen Hinweis, dass die Hypnose zwar ein Zugang ist, dass aber das, was sie auslöst sehr unterschiedlich sein kann.

Um der Hypnose auf die Spur zu kommen sollte man zuerst einmal die Arbeitsweise des Gehirns als Ganzes betrachten. Das Gehirn ist kein einheitliches System, das immer gleichermaßen arbeitet. Es besteht aus einer ganzen Reihe einzelner Zentren, die allesamt für unterschiedliche Aufgaben zuständig sind. Es gibt Gehirnareale, die für die Steuerung der Motorik verantwortlich sind ebenso wie Regionen, die die optische oder akustische Wahrnehmung kontrollieren, die Sprache oder die vegetativen Funktionen des Körpers. Alle diese Zentren arbeiten für sich allein und doch im Team zusammen. Sie sind untereinander vernetzt und können miteinander kommunizieren. Wie ein Team, das aus verschiedenen Spezialisten für verschiedene Aufgaben besteht, setzen sich die einzelnen Bereiche des Gehirns zu einem großen Gesamten zusammen. Dabei können einzelne Bereiche einmal mehr und einmal weniger aktiv sein - ganz davon abhängig, welche Funktionen im Moment gerade benötigt werden. Liegt der Mensch bspw. entspannt auf dem Sofa und hält ein Mittagsschläfchen, liegt es auf der Hand, dass das Motorik-Zentrum, das sich ansonsten um die Koordination seiner Bewegungen kümmert keine größeren Aufgaben zu erfüllen hat und deshalb weitestgehend inaktiv ist. Steht er allerdings wieder auf und beschließt, einen Nachmittagsspaziergang zu machen, muss das Motorik-Zentrum aktiv werden, damit er sich überhaupt vom Sofa erheben kann. Ebenso verhält es sich bei Gehirnzentren, die auf bestimmte geistige Aufgaben spezialisiert sind. Der Bereich im Gehirn, der für das Lösen mathematischer Aufgaben zuständig ist wird eben besonders dann aktiv, wenn der Mensch sich mit logischen Überlegungen beschäftigt. Das Sprachzetrum arbeitet vor allem dann, wenn er spricht und das Gehörzentrum kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn er Geräusche wahrnimmt und diese einordnen möchte. Jedes Areal wird vor allem dann aktiv, wenn eine Aufgabe oder Tätigkeit vorliegt, die seinem Spezialgebiet entspricht.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass in diese Beschreibungen immer wieder mit "vor allem wenn" oder ähnlichen Einschränkungen versehen sind. Das kommt daher, dass die einzelnen Zentren nicht nur dann aktiv sind, wenn der Mensch sich konkret mit einer bestimmten Aufgabe beschäftigt. Sie können auch dann aktiv werden, wenn er nur über eine bestimmte Tätigkeit nachdenkt. Wenn er sie sich nur vorstellt. Und damit kommen wir dem Wesen der Hypnose schon deutlich besser auf die Spur. In der Hypnose werden Gehirnaktivitäten stimuliert und "Programme gestartet", die in diesem Moment eigentlich nicht von selbst vorkämen. Interessant ist es, die Auswirkungen der Hypnose auf einem EEG (Messgerät für die Gehirnaktivitäten) zu beobachten. Hier kann man erkennen, dass verschiedene Hypnose-Anwendungen tatsächlich vollkommen unterschiedliche Auswirkungen auf die Gehirnaktivitäten haben. Im Zustand der hypnotischen Trance lassen sich also förmlich auf virtuelle Weise tatsächliche Veränderungsprozesse auslösen, da er den Realitätsbezug der einzelnen Zentren verändert und einen tatsächlichen Zugriff auf tiefliegende Funktionen und Abläufe erlaubt, die fast nur unter diesen speziellen Bedingungen erreichbar sind. Man könnte sagen, die Hypnose erzeugt einen "Wartungs-Zustand" im Gerhirn, der weit mehr ermöglicht als das Erzeugen von Illussionen, wie es bspw. in der Show-Hypnose üblich ist.

Über das Sprachzentrum (denn die Hypnose findet ja zumeist in Form des gesprochenen Wortes statt) werden gezielt die Bereiche angsprochen und stimuliert, in denen eine Veränderung erwünscht ist.

Man kann die Hypnose noch besser verstehen, wenn man Techniken wie die AVS-Therapie betrachtet. Hier werden verschiedene Gehirnareale gezielt mittels psychoaktiver Frequenzen stimuliert und dadurch eine Veränderung in der Funktionsweise des Gehirns erreicht. Was die AVS-Therapie durch Frequenzen erreicht, schafft die Hypnose durch Sprache und Vorstellungskraft. Sie geht allerdings noch ein gutes Stück weiter, da sie sich nicht nur auf Zustände und Gefühle bezieht sondern auch komplexe Abläufe mit einbeziehen kann.

Nach erreichen der Trance ist das Gehirn in einem unkritischen Zustand, in dem es gesprochene Worte in Vorstellungen umwandelt und diese als real akzeptiert. Suggeriert der Hypnotiseur dem Klienten bspw. die Vorstellung, er würde gerade Klavier spielen, akzeptiert das Gehirn diese Vorstellung zu einem gewissen Grad als real und aktiviert die Zentren, die für das Klavierspielen benötigt werden. Tritt nun während dieses Vorstellungsprozesses eine neue Erfahrung ein (z.B. indem der Hypnotiseur eine Vorstellung davon erzeugt, wie der Klient ein besonders schwieriges Stück, das er zuvor nur mit viel Lampenfieber aufgrund der Angst, er könne sich verspielen vortragen konnte vollkommen entspannt und fließend spielt), nimmt das Gehirn dieses Erlebnis als real an und speichert es als Erfahrung. Kommt es nun im Anschluss wieder zu einer vergleichbaren Situation, in der der Klient dieses Stück vor Publikum vortragen möchte, erinnert sich das Gehirn an die erfolgreiche Ausführung dieser Aufgabe im virtuellen Umfeld der Hypnose und nutzt diese Erfahrung, um in der realen Situation ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Das ist natürlich nur ein Beispiel von vielen für eine Anwendungsmöglichkeit der Hypnose. Beim Klavierspielen werden andere Gehirnzentren beansprucht wie beim Lösen von Mathematikaufgaben oder beim ausführen von sportlichen Geschicklichkeitsübungen. Die Hypnose passt die jeweils aktiven Funktionen also an das entsprechende Thema an. Einige Experten sind der Meinung, dass man mit der Hypnose im Prinzip alle Funktionen des Nervensystems ansprechen und beeinflussen kann. Sicher gibt es hier bestimmte Einschränkungen, denn der menschliche Körper hat einige Sicherheitssysteme, die dafür sorgen, dass man gerade an lebenswichtigen Funktionen wie beispielsweise dem Herzschlag nicht einfach so "herumpfuschen" und damit vielleicht sogar die Gesamtfunktion des Organismus gefährden kann, aber trotzdem kann man mit Hilfe von Hypnose auch zum Beispiel eine Verlangsamung des Puls Trainieren, wenn das aus medizinischer Sicht sinnvoll erscheint.

 


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